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18. Ausgabe August 2015

Hier können Sie den kompletten Informationsservice:
als pdf-Datei herunterladen

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Informationsservice für alle an BM Balance Interessierten

BM Balance –
Moderne Prävention und Rehabilitation für Blase, Beckenboden und Prostata
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Liebe Kollegin, lieber Kollege,

der Schwerpunkt liegt nicht auf Kongress-Hinweisen. Es sind Themen, die uns bewegt haben. Wir hoffen auch Dich interessieren.

Wir grüßen heiß aus dem Sommer,
Ingeborg, Jörg und Markus

PS:
Sollten keine Mails mehr von uns erwünscht sein, dann bitte diese Mail einfach mit dem Stichwort "Abmeldung" an uns zurücksenden.

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Der Inhalt der heutigen Mail:
 
01 // Unser Informationsservice für Dich
02 // World Congress of Abdominal and Pelvic Pain (WCAPP)
03 // Jahrestagung des Fachlichen Netzwerkes UPGG
04 // Der Entdecker des PSA zur nicht-endenden Katastrophe
05 // Super Ratgeber für Patienten und Therapeuten
06 // Fallbesprechung:  ED nach zementfreier Hüft-TEP
07 // Nicht vergessen anlässlich 06//: Hüft-TEP kann auch anders
08 // Die nächsten Kurse
09 // Service, Impressum, Abmeldung

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01 // Unser Informationsservice für Dich
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Wir haben diesmal keine neuen Kongress-Ankündigungen, da wir Dir für dieses Jahr schon alle im letzten Informationsdienst aufgeführt haben.

Es gibt zwei Hinweise, die aber dennoch für Dich interessant sein könnten:

* Bei unseren Recherchen haben wir den newsletter vom coliquio Ärzte-Netzwerk wieder schätzen gelernt:

www.coliquio.de

Du musst Dich dort anmelden und erhältst dann den newsletter – durchaus interessant, was man hier und da für Infos erhält (s. 06// in diesem Informationsdienst).

* In diesem Zusammenhang sind wir auch auf

www.uptodate.com/de/home
gestoßen.

Es ist nicht kostenlos, aber erschien uns sehr interessant. Selbst wenn man es nicht abonniert, kann man doch einiges Interessantes finden. Auf jeden Fall können die Literaturlisten weiterhelfen.
Probiere mal einzugeben: „POP“ bei der Suche. (http://www.uptodate.com/contents/search?search=POP&x=0&y=0)
Schon beeindruckend, was da erscheint.

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01 b // Erinnerungen!
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Wir hatten zwar schon im letzten ID darauf aufmerksam gemacht – die Termine stehen aber – neben den anderen, die wir Dir für 2015 angekündigt hatten - und wir wollten einfach nur kurz dran erinnern, weil BM Balance in der einen oder anderen Form beteiligt sein wird:

Workshop beim FiHH in Hamburg
Am Freitag, den 02.10.2015, sind wir mit BM Balance auf dem Tag der 100 Therapien.
www.fihh.de/de/kurse/kurs/661-Tag-der-100-Therapien.htm

Symposium der Arbeitsgemeinschaft GGUP
Am 09.10.2015 - 10.10.2015 findet in Frankfurt eine zweitägige Veranstaltung der AG Gynäkologie, Geburtshilfe, Urologie und Proktologie des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) e.V. statt.
www.physio-akademie.de/kurse-fortbildungen/kursdb/

27. Jahreskongress der Deutschen Kontinenzgesellschaft
Am 27. und 28. November 2015 findet der Kongress in München statt. Das Vorprogramm kannst Du hier anschauen:
www.kontinenz-gesellschaft.de/Jahreskongress.7.0.html

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02 // World Congress of Abdominal and Pelvic Pain (WCAPP)
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Relativ kurzfristig sind wir auf den WCAPP gestoßen – er fand dies Jahr zusammen mit dem IUGA (=(International Urogynaecological Association) Kongress in Nizza statt. Die Teilnahme hat uns gezeigt, dass hier doch andere Präsentationen zu finden sind als bei den Kongressen der üblichen gynäkologischen oder urologischen Vereinigungen. Es sind überwiegend Referenten, die schon viele Jahre Erfahrung zu dieser Fragestellung haben. Und obwohl hier immer noch im „dunklen Raum“ agiert wird, versuchen sich alle Teilnehmenden dem Thema „chronischer Beckenschmerz“ über das klassische Antibiotika-Programm und die Anti-Depressiva-Hoffnungslosigkeitsantwort hinaus, ernsthaft den Problemen unserer PatientInnen zu stellen. „Natürlich“
ärztlicherseits auf Medikamente und Chirurgie konzentriert, aber auffällig selbstkritisch und – eigentlich alle – immer als first-line Physiotherapie empfehlend. Wobei anzumerken wäre, dass bei dieser first-line auffällig häufig die „Entspannung“ erwähnt wurde. Ein bisschen roch es danach, dass es beim „bio-psycho-sozialen Modell“ dominant um „psycho-sozial“ ging. Also noch nicht ganz weg von dem Üblichen: „dann muss es wohl die Psyche sein“. Aber dennoch merklich sensibilisierte Fachleute. Es waren viele Physios unter den Präsentierenden.
Alle 2 Jahre findet dieser Kongress statt. Eine klare Empfehlung unsererseits!

pelvicpain-meeting.com/welcome/

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03 // Jahrestagung des Fachlichen Netzwerkes UPGG
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Wie schon im letzten Infodienst in Erinnerung gerufen steht die Jahrestagung des FN UPGG (=Fachliches Netzwerk Uro-Prokto-Gyn-Geburt von Physio Austria) bevor. Jetzt gibt es auch schon ein Programm. Wir hängen es an diese Datei an.

Außerdem braucht Ihr natürlich den link für die MKÖ-Tagung (=Medizinische Kontinenz-Gesellschaft) in deren Rahmen wir unsere Jahrestagung durchführen – es macht Sinn beides zu nutzen:
www.inkontinenz.at/jahrestagung.htm

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04 // Der Entdecker des PSA zur nicht-endenden Katastrophe
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Jedes Jahr werden in den USA rund 30 Millionen Männer auf das Prostataspezifische Antigen (PSA) getestet. Im Jahre 2009 veröffentlichte das New England Journal of Medicine Ergebnisse der beiden umfangreichsten Studien zu Massenscreenings – eine in Europa, eine in den USA. Die amerikanische Studie zeigte, dass PSA-Untersuchungen die Lebensrate von Männern im Alter ab 55 Jahren über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren hinweg nicht erhöht. Die europäische Studie erkannte eine leichte Abnahme der Sterblichkeitsrate. Aber sie belegte auch, dass 48 Männer behandelt werden mussten, um ein Leben zu retten. Das macht jeweils 47 Männer, die mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Sexualleben mehr haben und an Harninkontinenz leiden.

„PSA sollte keinesfalls genutzt werden, um alle Männer über 50 regelmäßig zu testen, wie es jene wollen, die wahrscheinlich davon profitieren“, sagt der Entdecker des PSA. Weiter: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass meine Entdeckung vor 40 Jahren in eine derartige profitgetriebene Katastrophe für das Gesundheitswesen führen würde. Die Medizin sollte sich der Realität stellen und den unangemessenen Einsatz von PSA-Tests stoppen. Das würde Milliarden Dollar sparen und Millionen Männer vor unnötigen und beeinträchtigenden Behandlungen bewahren.“

(Richard Ablin. Der Autor ist Professor für Immunbiologie und Pathologie an der University of Arizona und hat vor 40 Jahren PSA entdeckt. 2010, The New York Times, zitiert nach Süddeutsche Zeitung, Der große Prostata-Irrtum, 12. März 2010, S. 16)

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05 // Super Ratgeber für Patienten und Therapeuten
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Auf unserer facebook-Seite „BM Balance“ haben wir den link zum Buch "Prostatakrebs: Früherkennung - Diagnoseverfahren - Therapien - Persönliche Erfahrungen - Hintergründe - Alternativen" veröffentlicht. Es lohnt sich wirklich für alle, die damit konfrontiert sind. Auch wenn die Therapieempfehlungen natürlich diskussionswürdig sind, beschreibt der nicht-medizinisch vorgebildete Autor, Peter F. Weitzel, auf eindrucksvolle Weise, wie es einem „Erhöhten-PSA-Wertler“ ergehen kann  (eben wie wir es aus der orthopädischen Chirurgie kennen: Wer nicht bei drei auf dem Baum ist, wird operiert!).
Aber er gibt eben auch Hoffnung, wie es weitergehen kann und was ein körper-bewusst-werdender Mensch erreichen kann. 

www.facebook.com/pages/BM-Balance/182062805156033

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06 // Fallbesprechung:  ED nach zementfreier Hüft-TEP
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Über Coliquio-newsletter (s.o. beim „Informationsservice für Dich“) haben wir folgenden interessanten Fall gefunden:

Bei einem 64-jährigen Patienten wurde am 5.6., also vor einem Monat, eine zementfreie Hüpft-TEP implantiert. Sein AZ ist gut, er ist schmerzfrei und das funktionelle Ergebnis im Bereich des Hüftgelenks sehr gut. Er bemerkt jedoch seit dem Eingriff eine erektile Dysfunktion, hat auch keine morgendlichen Erektionen.
Der Patient hat einen milden Hypertonus, der mit Losartan und niedrig dosiertem Amlodipin behandelt wird. Vor dem Eingriff hat er noch Erektionen gehabt.

Ich habe ihn zur weiteren Klärung zum Urologen überwiesen, wüsste aber natürlich trotzdem selbst gern mehr. Welche möglichen Ursachen und Pathomechanismen kommen in Frage und wie ist die Prognose? Wie häufig ist diese Nebenwirkung? Ist sie vom Op-Verfahren abhängig?

Eine Antwort war:

„In Studien ist eine erektile Dysfunktion nach Hüft-TEPs jedenfalls beschrieben (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11... ). Leider ist dem Abstract nichts über die Ursachen zu entnehmen.

Zunächst würde ich schauen, ob der Pat. neue Medikamente post-OP bekommen hat, welche eine Impotenz verursachen können (Betablocker, Muskelrelaxantien, Opiate u.a.). Das wäre natürlich die einfachste -und vor allem reversible- Ursache. Pragmatisch würde ich alle neue Medikamente absetzen und 1 bis 2 Wochen beobachten, ob die sex. Funktion sich bessert.

Ungünstig, aber leider ebenfalls möglich, wäre eine Schädigung der Nn. erigentes im Rahmen der OP. Von "www.uptodate.com" darf ich aus dem Artikel "Nerve injury associated with pelvic surgery" zitieren: "The nervi erigentes arise from the ventral rami of S2-S4, and provide parasympathetic innervation to the hindgut. Injury during pelvic surgery is thought to be due to nerve stretching from retraction, thermal damage from electrocautery, ischemia from disruption of local blood supply, or inflammation from surgical trauma. Disruption of pelvic parasympathetic activity can lead to rectal, urinary or erectile dysfunction (eg, radical prostatectomy)."
In diesem Fall kann man nur hoffen, dass sich die Nerven mit der Zeit "erholen" und ggf. symptomatische Behandlungen (Viagra & Co.) versuchen....“.

In der Diskussion danach wird klar:
Weder Medikamente noch psychogene Faktoren scheinen wahrscheinlich: Die morgendliche Erektion bleibt aus, war aber prä-OP vorhanden!

Das ist übrigens immer wieder gaaaannz wichtig: Wenn ihr das Thema Erektion post-RPE oder Neoblase ansprecht, fragt ausführlich nach dem „Vorher“! Bzgl. morgendlicher Erektion und Steifheitsgrad gibt es nicht selten „rein historisch begründete Sehnsüchte“ – da geht was, aber vielleicht nicht alles, was erträumt wird.
Das Kieler Programm zum Einsatz von PDE-5-Hemmern bleibt unserer Ansicht nach, das immer noch sinnvolle Konzept … ohne life-style Maßnahmen bzgl.  Gewicht, Sport, Entspannung,  Alkohol, Tabak, Medikamenten-Check (!) … natürlich nur bedingt tauglich. Und der Zusammenhang zu LUTS (=lower urinary tract symptoms) besteht natürlich auch!

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07 // Nicht vergessen anlässlich 06//: Hüft-TEP kann auch anders
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Hip dysfunction-related urinary incontinence: A prospective analysis of 189 female patients undergoing total hip arthroplasty:
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24593237

Tamaki et al. haben 3 Monate nach Hüft-TEP Einsatz eine 32%ige Verbesserung der vorher von Inkontinenz-Beschwerden betroffenen Frauen beobachtet – 4% der Patientinnen wurden schlechter. Sie schlossen mit:

“These findings suggest a relationship between hip joint function and pelvic floor function, and consequently a hip dysfunction‐related urinary incontinence.”

Für alle “BM Balancer” ziemlich logisch, oder?

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08 // Die nächsten Kurse
    weiterbilden - weitersagen – weiterleiten
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Hervorheben wollen wir diesmal, dass wir nach langer Zeit erstmals wieder einen Theraband-Kurs in Deutschland anbieten werden. Wir sind dabei den Kurs mit neuen Aspekten ergänzt zu verändern: Krafttraining zeigen wir ja sowieso kaum – das machen die anderen, kann man in dutzenden Ratgeberbüchern lesen oder als Ausgebildeter sich selbst zusammen reimen, welche Muskeln wohl bei welchem Zug arbeiten. Nein, primär geht es uns um Elastizität und Geschmeidigkeit, jetzt aber auch noch mehr um Sensomotorik, Therapie- und Diagnostikunterstützung (Traktionsanwendungen z.B.), Entlastungs- und Ausgleichstraining.

Kein Kurs für die, die für OEx, UEx oder Rumpf Kraftanweisungen suchen. Wie Du es von uns kennst: Wir wollen Dir Dinge zeigen, die andere nicht zeigen!

Also dies alles noch zusätzlich zu: 
www.bm-balance.at/sonderkurse/theraband-fortbildung/

Der Köln-Kurs wird stattfinden am 21.–22.08.2015. Es sind aber noch Plätze frei - Du kannst Dich noch anmelden! www.bm-balance.at/unsere-kontaktdaten/kontaktformular/

Wien             BM Balance                    17.–19.09.2015
Wien:         Theraband                     13.–14.11.2015
Hamburg:        BM Balance                    19.–21.02.2016
Bremen         BM Balance                    10.–12.03.2016
Köln             BM Balance                    01.–03.04.2016
Frankfurt/M.        BM Balance                    10.–12.06.2016
Radolfzell         BM Balance                    17.–19.06.2016
München         BM Balance                    01.–03.07.2016
Heidelberg         BM Balance                    02.–04.12.2016

Anmeldung und alles weitere hier:
www.bm-balance.at/bm-balance-ausbildung/